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10 Beiträge

Fremd in meiner Kultur – Representation Matters, auch auf der Schwäbischen Alb – Leah Nlemibe

Ich komme aus einem Land, in dem die Leute bei Festen ihre hölzernen Stammesmasken zur Schau tragen und bei denen mit getrockneten Schweinedärmen um sich geschlagen wird, um kleine Kinder zu erschrecken. Durch die extreme Traditionalität sind Konflikte zwischen benachbarten Stämmen alltäglich, Hochzeiten von Paaren aus verschiedenen Dörfern oft verpönt. Die Leute sind größtenteils noch streng religiös und kehren manchmal freiwillig eine ganze Woche lang selbst die Straßen, Treppenhäuser und Gebäude. Zudem wird mit Geld sehr sparsam umgegangen, denn Geiz gilt als eine gerngesehene, weitverbreitete Tugend. Richtig, ich komme aus dem Schwabenland.

“Geh zurück ins Bananenland” – Afrozensus gibt erstmals Einblicke in die Lebensrealitäten Schwarzer Menschen in Deutschland – Djamilia Prange de Oliveira

Im November 2021 wurde der Afrozensus veröffentlicht, die erste systematische Befragung der Lebensrealitäten von Afrodeutschen, afrodiasporischen und schwarzen Menschen in Deutschland. Die Befragung macht deutlich, dass Rassismus in Deutschland vor allem eins ist: ein Strukturproblem. Und als solches sollte es auch erkannt und angegangen werden. Das Perspektiven of Color Projekt gibt einen Einblick in den Bericht.

So wie ich mich integrieren soll, soll die Mehrheitsgesellschaft sich auch integrieren! – Monzer Haider

Zeit zur Revolutionierung des Integrationsverständnisses Seit meiner Ankunft in Deutschland höre ich ständig das Wort „Integration“ oder den Satz „Du solltest dich hier integrieren, um gut und problemlos leben zu können“. Ehrlich gesagt wusste und weiß ich immer noch nicht, was unter diesem Begriff zu verstehen ist, der in allen Mündern ist. Eins weiß ich aber sicher, dass ich wie alle geflüchteten Menschen der Hauptgegenstand des Integrationsfeldes bin, aber gleichzeitig der passive Teil in der Integrationsdebatte. Leider geschieht es selten, dass geflüchtete Menschen selbst zu Wort kommen, damit sie ihre Meinung als Hauptakteur:innen über die Integration(-sdebatte) äußern können. Einer der […]

My skin a shell that cages – Raja-Léon Hamann

my skin a shell that cages     that shackles me inside my blackened body bearing no resemblance to this mind of mine a clutter of loose ends unspoken by their language never to be spoken aptly by any of my kind     My skin? To have a color I call mine     a wholesome soul     I desire the unblemished pale shallowness of others envy the naïve straightness maleness never to be mine    for I have grown this being un-made from guilt and venom spit upon my kind cohering this shell that I must call mine this shell that I will call mine Über […]

Bloß nicht die Fehler der Vergangenheit wiederholen! – Monzer Haider

„Gast-Gastgeber:in-Modell“ schadet der Integration Nach dem zweiten Weltkrieg warb Deutschland Hunderttausende ausländische Arbeitskräfte an, um den Arbeitskräftemangel in der Nachkriegszeit auszugleichen. Viele davon waren aus Italien, Griechenland, Spanien und in großer Zahl aus der Türkei. Diese Menschen spielten bei dem Wiederaufbau Deutschlands sowie bei dem Wirtschaftswunder eine wesentliche Rolle, das von allen Seiten zu würdigen ist. Sie wurden, bzw. werden immer noch als „Gastarbeiter:in“ bezeichnet, da man davon ausging, dass sie nach dem Erreichen wirtschaftlicher Zwecke Deutschland verlassen würden. Dementsprechend erhielten sie zunächst für lediglich ein Jahr Aufenthaltsrecht. Sie arbeiteten unter schwierigen Arbeitsbedingungen, vor allem in der Landwirtschaft, im Baugewerbe, […]

Zur Benennung von Trainings zum Thema Rassismus – Hong Van Nguyen

Auf dem Trainingmarkt gibt es viele Trainings, die Rassismus thematisieren und dekonstruieren. In diesem wissenschafltichen Essay geht es um die Frage der Benennung dieser Trainings. Warum ist „Anti-Rassismustraining“ vielleicht kein geeigneter Name? Sollte „Rassismus“ überhaupt als Wort dafür verwendet werden? Was könnten geeignete Namen sein und wo müssen wir auch noch weiterdenken?

Unser Projekt – Philipp Ahovi

„Perspektiven of Color“  …heißt unser Projekt. Wir sind eine Gruppe von Stipendiat:innen der Heinrich Böll Stiftung, die sich unter der Selbstbezeichnung BIPoC zusammengeschlossen hat [BIPoC ist eine Kurzform für „Black, Indigenous and People of Color“ bzw. „Schwarze, Indigene und Menschen of Color“]. Unser Ziel ist es, eine Plattform für die vielfältigen Perspektiven von BIPoC in Deutschland zu bieten. Dabei soll ein Netzwerk für BIPoC und nebenbei eine Bildungsplattform für die Allgemeinheit entstehen. Auf unserem Blog (www.perspektivenofcolor.de) wollen wir allen Menschen, die sich angesprochen fühlen die Möglichkeit geben, eigene Beiträge zu veröffentlichen, sich zu vernetzen und gemeinsam eine vielfältige und offene […]

„Meine Gedanken zu mental health: Kreide“ – Malin Makinya

Ich bin eine harmoniebedürftige Person. Mein Vater sagt immer, dass ich egoistischer sein sollte. Das ist ziemlich ironisch, weil gerade Meine Erziehung Teil des Grundes ist, warum ich ein vielleicht zu stark ausgeprägtes Harmoniebedürfnis habe. Scheidungskind und ältere, natürlich immer verantwortungsvolle Tochter. Und nein ich spiele diese Karte nicht nur aus, weil es einfacher ist eigene Verhaltensmuster mit Erziehung zu erklären und die Verantwortung von mir zu schieben, sondern weil ich wirklich daran glaube, dass coping mechanisms früh erlernt werden und Erziehung und das familiäre Umfeld einer der Faktoren sind, die einen Menschen erklären können. Zumindest erklärt es bei mir […]

Beitrag – Mai Chanprakhon

Mai Chanprakhon schreibt, zeichnet und podcastet. In dem heutigen Beitrag setzt sich Mai mit dem dauerhaften Anpassungszwang auseinander, dem PoC in weißen Mehrheitsgesellschaften ausgesetzt sind. Die Zeichnungen und das Gedicht sind Teil einer Arbeit zum Thema weiße Institutionen. Mai benutzt keine Pronomen oder they/them. Mai ist asiatisch markiert, positioniert sich als thai-deutsch und organisiert den online Community-Space MAMA über DAMN (Deutsche Asiatinnen Make Noise).